Das letzte mal habe ich mich von meinem ersten Stopp in Thüringen auf diesem Wege hören lassen, jetzt bin ich schon fast 1000km weiter im Rheinland.

Von Dresden aus bin ich ja größtenteils auf dem Mitteldeutschen Radweg D4 gefahren. Der ist relativ gut ausgebaut und beschildert, doch da die Etappe nach Raitzhain recht lang war, bin ich gefahren, wie ich das für richtig hielt. Nach einem Tag Pause mit Rasen mähen und entspannen ging es dann weiter auf der Tour nach Erfurt über die Thüringer Städtekette und dem Mühlenradweg, Lutherweg und Rennsteig.

Der Mühlenradweg war sehr schön ausgebaut und man hat auch wunderschöne Waldlandschaften. Lutherweg und Rennsteig sind allerdings eher was für gutes Schuhwerk oder ein gutes BMX Bike. Als bepackter Tourer muss man die meisten Höhenmeter haber aufgrund der Steigung und nicht zuletzt dem extrem schlechten Untergrund schiebend erklimmen.

Von Erfurt aus bin ich dann wieder ein wenig querfeldein nach Schmalkalden gefahren. Von da aus bin ich dann ab Tann etwa auf den Hessenradweg R4 gefahren, der prima ausgebaut ist und sich die meisten Strecken gut fährt. Sich da zu verfahren gleicht fast einer Kunst. Allerdings sind die eingebauten Alternativrouten nervig, weil man unter Umständen im Kreis fährt, wenn ein Schild in der Stadt schief steht zum Beispiel.

Dennoch bin ich da durchgekommen 🙂

Bis nach Fulda gab es alle paar Kilometer eine schöne Wandererschutzhütte. Ich bin also davon ausgegangen, dass das so weitergeht und ich damit eine wunderschöne Unterkunft habe für die kommende Nacht. Wie dem auch sei gab es diese Gelegenheiten natürlich nicht mehr und so fuhr und fuhr ich bis es dunkel wurde. Der Regen ließ den ganzen Tag nicht nach. Gegen Mitternacht bin ich in Langenselbold angekommen, wo ich mich mit Benni treffen wollte. Dort gab es aber eine schöne warme Wartehalle im Bahnhof, wo ich es mir dann “gemütlich” gemacht habe.

Es war nämlich die vorigen Tage schön kalt, nass und windig. (Am Rennsteig 13°C, Langenselbold 16°C,…)

Mittwoch früh fahre ich dann schon ein bisschen weiter Richtung Frankfurt nach Hanau, wo wir uns treffen. Nach sportlicher Stadtdurchquerung gucke ich mir etwas die Stadt an, der nächste Tag bleibt frei (bis auf Sightseeing).

Über Mannheim fahre ich weiter nach Rastatt. Der Rheinradweg ist sehr schlecht ausgeschildert. Das sagen auch alle, die ich unterwegs treffe. Wenn man nicht gerade raten muss, wo man langfahren muss, steht vielleicht kein Schild da, oder man kommt ab vom Schuss und/oder der Weg ist total daneben ( zum Beispiel Kieselsteine).

In Rastatt Wintersdorf schlafe ich bei einer frisch gebackenen Familie. Da sie sehr nett sind, entscheide ich mich spontan dazu noch einen Tag zu bleiben und etwas beim Kartoffeln lesen zu helfen.

Heute bin ich nach einem Tag voller Gegendwind und etlichen Umwegen (habe probiert dem Rheinradweg wieder Vertrauen zu schenken) in Kinzingen, wo ich auch einmal mehr sehr freundlich aufgenommen wurde.

Vielen Dank also mal an dieser Stelle für alle Couchsurfer und sonstigen Unterkunftsteller: Toni & Tobi, André, Oma, Alex & Rest der WG für die tolle Stadtführung durch Erfurt, Gustavo & Ben für den netten Abend und das leckere Essen, Benni für zwei Tage in Frankfurt & lecker Essen, Maren & Carolin, Christine & Michael & Caroline für zwei schöne Abende und einen tatvollen Tag und leckeres Abendbrot, Jonas und Familie für die sehr offene Gastfreundlichkeit.

Eine ganze Menge Leute, die mir bisher die Tour, wie sie ist, ermöglich haben. Vielen, vielen Dank dafür!

Morgen geht es weiter nach Basel, dann durch die Schweiz nach Frankreich zum Mittelmeer und dann am Rhône entlang über Lyon nach Beaujeu, wo ich dann dem Weinbauern helfe, der seinen Erntetermin immer weiter nach hinten verlegt…

Morgen probiere ich auch meine Rückfahrt klar zu machen. Ich möchte probieren von Lyon über Basel mit dem CityNightLine nach Berlin zurück zu kommen. Dabei peile ich den 5.10. als Rückreisedatum an.

Mal schauen, wann ich wieder einmal an eine Internetleitung komme,…